I Wanna Be The Guy - CounterGaming mit Flair
Die meisten Spieler kennen folgende Situation: Entspannt hat man es sich vor dem Daddelapparat bequem gemacht, den momentanen Lieblingstitel angeschmissen und spielt so gemächlich vor sich hin. Level folgt auf Level, Cutscene auf Cutscene, schweißtreibende Action auf schweißtreibende Action bis… Verdammt! Warum haben die diese Stelle so unfair designt…? Das muss doch zu schaffen sein…! Jetzt! - Nein! - Mist! Argh! Hmm… Muss ich da springen? (Ein Beispiel hier) Man spricht in allgemeinen von einer unfair schweren Stelle, die es vor allem in älteren Titeln zu Hauf gab.
Wahnsinnig schwere End-und Zwischenbosse, fiese Sprungpassagen, Spiele die im Grunde nur aus Trail and Error bestehen (wie zum Beispiel Another World) - was früher insbesondere bei Arcade Titeln der Geldbeschaffung diente und heute meist zu schlechterer Bewertung in einschlägigen Spielemagazinen führt (letztes Beispiel: Mirrors Edge). Ich für meinen Teil finde solch ein Vorgehen legitim und bin zufrieden, wenn ich es endlich beim x-ten Versuch geschafft habe diese *$%&-te Stelle zu stemmen. Voller Selbstzufriedenheit kann man dann sagen: Ich habs geschafft! JA! ICH ALLEIN! Ich bin GOTT!
Schön, dass es ein Spiel gibt, das einen dann wieder auf den Teppich holt: I Wanna be the Guy. Im Grunde ist dieses Spiel eine Hommage an die 8-Bit Ära und besteht nur aus Passagen die man so ähnlich schon einmal gespielt hat, wenn man sich bei alten Jump’n'Runs auskennt. So ist das Intro eins zu eins aus Megaman entnommen, die diversen, bockschweren Zwischenbosse sind Mischungen bekannter Spielfiguren, was zu haarsträubenden Kombinationen führt (z.B. Zangief [Street Fighter II] plus Kraid [Metroid]) und auch die Level und Sprungpassagen selbst sind Anleihen aus alten Spielen. Der Avatar kann schießen, Doppelsprünge durchführen und Wandsprünge machen.
Nun könnte man denken: Gut, is halt alles aus alten Spielen übernommen. Und was is da nun so Besonders? - Die Antwort ist ganz einfach: Es sind die Regeln, wobei die Mehrzahl hier eher unangebracht erscheint. Eigentlich gibt es nämlich nur die Eine: Alles und das heißt wirklich alles kann dich töten. Jeder Treffer ist dabei das Spielaus. Die Herausforderung besteht nun aus dreierlei Anforderungen: 1. Schnell genug reagieren. 2. Die Gefahren auswendig wissen. Und 3. Ruhig bleiben. Die letzte ist eindeutig die wichtigste. Impulsive Naturen sollten die Finger von I Wanna be the Guy lassen! Es ist echt ein frustrierendes Spiel. Betritt man nämlich einen Raum, weiß man nicht, welche Dinge einen dort töten werden, es können die Äpfel am Baum sein, oder plötzlich einbrechende Bodenplatten oder herabstürzende Stacheln oder, oder, oder. Zumal zuvor gelernte Konventionen meist noch im selben Levelbildschirm wieder gebrochen werden. So fallen die Äpfel anstatt nach unten auch mal nach oben oder Plattformen, die bisher mit einem Sprung erreichbar waren, benötigen plötzlich einen Dopelsprung.
Erst wer dieses Spiel durchspielt darf sich in meinen Augen GOTT nennen. Warum? Schauts euch am besten selber an:
Ich für meinen Teil habe festgestellt, dass ich unendlich viel Spaß am virtuellen Sterben haben kann und dass Spiele, die eigentlich unter der Prämisse entwickelt werden, nicht durchspielbar sein zu sollen, in mir den Ehrgeiz erwecken es ihnen zu zeigen. Leider war es mir noch nicht vergönnt es auch nur ein einziges mal komplett zu schaffen. Ich hänge bisher an dem Bowser/Wily Mischboss. Wer es selber mal ausprobieren will hier könnt ihr Euch den Sucht- und Fruststoff besorgen.







