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Das NextGeneration-Dilemma

irgendwie beschleicht mich seit den letzten paar wochen das ungute gefühl, dass eine next generation spielekonsole eine große rolle in meinem leben spielen könnte. es gibt dabei nur ein problem: leider besitze ich keine. warum das gefühl ungut ist? weil ich nicht genug geld habe, diesen zustand zu ändern.

aber wie kam es überhaupt zu meinem bemitleidenswerten zustand? dies hat vermutlich verschiedene ursachen: nachdem ich zuletzt noch feststellen durfte, dass mein mittlerweile doch etwas betagter, wenn auch bislang höchst zuverlässiger und heiß geliebter pc immerhin noch “unreal tournament III” flüssig (mit leichten sound-problemen) auf den schirm bringt, wird spätestens ende diesen jahres der ofen für halbwegs aktuelle spiele endgültig aus sein. auch das ersehnte “diablo III” wird allerhöchstwahrscheinlich auf dieser maschine nicht mehr zum laufen zu bringen sein.

alle zwei bis vier jahre wird ein computer in seiner leistungsfähigkeit hoffnungslos überholt sein, das hat die erfahrung gezeigt. vergleicht man das mit der lebenszeit einer spielekonsole kriegt man fast schon graue haare: die playstation 2 z.b. erschien weltweit im jahr 2000 und sony hat versprochen, dass noch bis 2009 spiele erscheinen werden. neun jahre! das ist praktisch mehr als das doppelte der lebenszeit eines herkömmlichen pcs.

wenn man dann noch betrachtet, wie stiefmütterlich spielehersteller häufig mit dem pc-spielemarkt umgehen, könnte man meinen, die letzte schritt zum kauf einer konsole sei nur noch reine formsache. viele spitzentitel erscheinen heutzutage nur noch für die konsolen (aktuelles beispiel “star wars: the force unleashed”) und wenn sie doch noch für den pc-markt kommen, dann oftmals endlos verzögert (beispiel: “halo: combat evolved”, “halo 2″, “grand theft auto IV”) und verstümmelt: wie oft mussten wir pc-spieler bereits über miese konsolenumsetzungen stöhnen?

versteht mich nicht falsch - der pc kommt natürlich keineswegs weg. er wird ohnehin hier zuhause zum arbeiten/studieren gebraucht. und auch für ein paar runden, “call of futy 4 - modern warfare”, “team fortress 2″, “diablo II” oder andere klassiker wird er sicherlich weiterhin genutzt werden. aber ich werde einfach dieses eingangs erwähnte gefühl nicht los.

ein weiterer grund dafür ist sicherlich, dass ich in meiner jugend nie eine konsole besaß. auch das großartige super nintendo entertainment system, das seit einem guten halben jahr bei uns wohnt, kann mich darüber nicht hinwegströsten. zum anderen steht das gefühl sicherlich in engem zusammenhang mit einigen stunden “super smash bros. brawl”, neulich auf dinos couch. ich will eine konsole. so, jetzt ist es raus.

seit nunmehr fast zwei jahren liegt die sogenannte siebte generation der spielekonsolen vor und erstmals gibt es nur drei verschiedene geräte zur auswahl - jahrelange machtkämpfe auf dem videospielmarkt haben dazu geführt, dass nur noch der veteran nintendo, der “neueinsteiger” microsoft und natürlich sony vertreten sind, die zuerst 1995 in form der playstation (aka psx) mit geballter macht auf den (europäischen) markt drängten und diesen so schnell nicht mehr loslassen sollten. wer sich momentan also eine konsole kaufen möchte, muss sich entscheiden zwischen der microsoft xbox 360, der sony playstation 3 oder der nintendo wii.

und diese entscheidung ist gar nicht leicht, verdammte hacke. selbst wenn man sie ohnehin nur hypothetisch austragen kann. jede der drei konsolen hat ihre vorzüge, aber - meinung nach - auch so gravierende nachteile, dass ich eigentlich keinem der drei hersteller dafür mein nicht vorhandenes geld in den rachen schmeißen möchte.

die microsoft xbox 360 zum beispiel sieht ganz schick aus, hat bereits ein großes aufgebot an spielen, wovon sicherlich auch einige interessant sind, außerdem bietet sie mit xbox live wahrscheinlich den besten online-service. und sie hat “halo 3″. etwas erstaunt war ich neulich über den preis: eine xbox 360 bekommt man schon für 199 € - für eine hd-fähige next generation konsole ist das eigentlich gar nicht so viel.

andererseits hat diese abgespeckte version - “arcade” getauft - keine festplatte. die standard-edition mit 20 gb großer alibi-festplatte kostet wiederum gleich 269 €. die schwarze “elite”-variante mit (meiner meinung nach einzig sinnvoller) 120 gb-festplatte und diversem unnötigen schickschnack liegt bei immerhin 369 € und befindet sich damit schon fast auf dem preisniveau der playstation 3. man muss weiterhin dazu sagen, dass das gute an xbox live - multiplayer-spiele (“halo 3″!) über das internet - zusätzlich geld kostet. das größte argument gegen eine xbox 360 kommt aber zum schluss: nachdem microsoft die derbe ausfallquote der geräte durch den red ring of death angeblich ausmerzen konnte, wird die xbox 360 immer noch sehr heiß und ist vor allem etwa so laut wie ein föhn - dino dient für diese angaben als kronzeuge.

sonys playstation 3 hingegen ist ja mein ganz spezieller freund. sie hat die leistungsfähigste hardware, ein blu ray-laufwerk und nach anfänglicher spieleflaute auch einige hochkarätige software-titel. das problem ist nur: das kostet. die playstation 3 ist mit 399 € (grundgerät) mit abstand die teuerste aktuelle konsole.

viel schlimmer aber ist die entwicklungsgeschichte der ps3 und - damit zusammenhängend - sonys kundenpolitk, insbesondere den europäischen markt betreffend. so gab es zunächst in den usa und japan zwei versionen der ps3: eine 60 gb-version, die praktisch alles konnte, was man sich wünscht und eine abgespeckte, deutlich günstigere version. so weit - so konsequent. für den europa-release ließ man sich aber folgendes einfallen: im august 2007 wurde eine 60 gb-version veröffentlicht, bei der die bisherige hardware-emulation von ps2-spielen durch eine hard-/software-variante ersetzt wurde. in allen anderen punkten war die konsole identisch mit den usa- und japan-releases. leider waren diese konsolen ziemlich schnell ausverkauft und werden jetzt nicht mehr hergestellt. während jedoch japan und die usa stattdessen eine 80 gb-version (inklusive hard- und software gestützter ps2-spiele-emulation) bekamen, die auch weiterhin verkauft wird, bekam europa eine ps3, die praktisch nichts mehr kann. flashkartenleser? gestrichen. sacd-spieler? gestrichen. ps2-kompatibilität? gestrichen. zwei von vormals vier usb-ports? gestrichen. “große” festplatte? gestrichen. in deutschland ist also momentan nur noch eine 40 gb-ps3 erhältlich, die objektiv betrachtet ein einziges ärgernis ist. der witz daran: in den usa z.b. ist die 80 gb-version viel günstiger, sogar in attraktiven spiele-bundles. wie soll man es da noch mit seinem gewissen vereinbaren, ein sony-produkt zu kaufen?

die nintendo wii geht bekanntlich einen grundsätzlich anderen weg als die beiden hd-konsolen. die wii nutzt mit ihrer wii-remote ein innovatives eingabegerät und kein herkömmliches gamepad wie die beiden konkurrenten. das ist ein neuartiger ansatz, der die wii deutlich von bisherigen konsolengenerationen abhebt - manche sprechen sogar davon, dass die wii die einzige wirkliche next generation konsole ist. entscheidend ist auch, dass die wii mit 249 € die günstigste der drei konsolen ist. außerdem gibt es bislang - entgegen häufiger behauptungen - einige wirklich gute spiele für die wii, vor allem die fortsetzungen klassischer nintendo-serien glänzen hier. weiterhin verspricht nintendo hundertprozentige abwärtskompatibilität zu alten nintendo-konsolen, speziell zum gamecube.

dass mit “hundertprozentiger abwärtskompatibität” gemeint war, dass man auch zu fast hundert prozent die alte hardware (gamecube-controller, gamecube-memorycard) braucht, konnte natürlich keiner ahnen. die “virtual concole”, die auch nes-, snes- und andere klassikerspiele auf der wii emuliert ist zwar nett und recht umfangreich - aber auch sauteuer: ca. 5 € für ein snes-spiel ist einfach dreist. überhaupt versteht nintendo es, mit der wii geld zu verdienen. schließlich wird die wii auch als partyknaller angepriesen - da braucht man evtl. mehr als eine wiimote. die wii-einkaufsliste liest sich wie folgt: zweite (oder mehr) wiimote, nunchuk-controller, wii-wheel, classic-controller, wii-fit und demnächst auch noch das zusatzmodul für sensiblere steuerung mit der wiimote: “wii motionplus” (wer keinen gamecube hatte, braucht auch noch besagte gamecube-komponenten, um gamecube-spiele nutzen zu können). und das alles wenn möglich in mehrfacher ausführung. wenn micht nicht alles täuscht, ist man da preislich recht schnell in die nähe der ps3 ist gerückt.

dementsprechend ratlos bin ich derzeit. ich versuche sogar schon, bei allen möglichen gewinnspielen eine der drei konsolen zu gewinnen. denn zahlen kann ich weder, noch will ich es. kennst ja. oder spendet uns jemand eine playstation 2? zu journalistischen zwecken sozusagen. kriegt auch eine anajo-single.

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